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Geschichtlicher Überblick über die Lobdeburg

Über die Anfänge des Ortes Lobeda setzen die urkundlichen Zeugnisse im Vergleich zu vielen Orten der Umgebung ( Kahla, Jena, Orlamünde, Reinstetter Grund und Hexengrund ) verhältnismäßig spät ein, obwohl der Ort durch ein günstiges Mikroklima und die Lage zum Wasser sicher frühzeitig ein bevorzugter Siedlungsplatz und ständig bewohnt war.
Als die Herren von Anhausen in der Mitte des zwölften Jahrhunderts im Gebiet der mittleren Saale seßhaft wurden, waren die nach dem Zusammenbruch des Thüringer Reiches eingewanderten Slawen weitgehend verdrängt bzw. unter deutscher Herrschaft und missioniert. Der Aufbau einer neuen Verwaltung (Feudalverfassung ) war eingeleitet und teilweise schon fortgeschritten.
1133 erscheint Hartmann von Anhausen erstmals in Thüringen als Zeuge in der Gründungsurkunde des Klosters Thalbürgel und 1166 werden Hartmann I und Otto I von Lobdeburg im Gefolge des Markgrafen von Meißen in Camburg erwähnt. 1186 wird erstmals die Lobdeburg direkt genannt. Anfang des 13. Jahrhunderts beginnen die Lobdeburger, nach der ersten Lobdeburger Teilung, den Bau einer neuen Burg auf dem Leuchtenberg bei Kahla. Hier werden 1227 erstmals Urkunden ausgestellt. Nach dem Umzug der Herren der Lobdeburg auf die Leuchtenburg war die Lobdeburg nur noch von Burgmannen besetzt, zu denen wohl auch die später wohlhabenden Puster gehörten, die 1380 in den Besitz der Burg kamen.
Die am Ende des 13. Jahrhunderts beginnenden Erbstreitigkeiten zwischen den verschiedenen Lobdeburgischen Linien untergruben die wirtschaftliche und politische Stellung der Lobdeburger in Thüringen, so daß sie 1331- 1333 wesentliche Teile ihrer Herrschaft ( Jena, Leuchtenburg, Roda, Kahla ) an die Schwarzburger verpfänden mußten und offenbar auch nicht wieder einlösen konnten. 1380 werden die Puster mit der Burg belehnt, die mit einer kurzen Unterbrechung die Burg bis 1581 besaßen. Im Thüringischen Bruderkrieg 1447 - 1451 wird die Lobdeburg, wie viele andere Burgen auch, zerstört.
Die heute noch vorhandenen baulichen Reste sind wohl Teile von Bauten des ausgehenden 12. Jahrhunderts. Nach ihrer Lage dürften sie einer zweiten Ausbaustufe zuzuordnen sein. Von einer ursprünglichen Anlage am vorderen Ende des Bergsporns sind alle oberflächlichen baulichen Reste verschwunden. Eine weitere Anlage, die urkundlich nicht faßbar ist, befand sich am Übergang des Bergsporns zur Wöllmisse. Auch von dieser Anlage sind alle oberirdischen Reste verschwunden.
Die noch vorhandenen baulichen Reste auf dem Bergsporn mit dem erhaltetenen Bauschmuck zählen zu den bedeutensten frühen Zeugnissen romanischer Profanbaukunst in Thüringen. Dabei sind die Tür auf der Ostseite, die in eine Blendnische gefaßte Fensterarkade auf der Südseite und die Altarnische mit dem auf der Ostseite hervorragenden Kapellenerker besonders hervorzuheben.
Autor: Dieter Puffe

Zeittafel wichtiger Ereignisse der Lobdeburger Geschichte:

 
1133 Hartmann von Auhausen als Zeuge in einer Urkunde des Bischofs Udo von Naumburg, 1150 - 1160 Festsetzung des lobdeburgischen Geschlechts an der mittleren Saale, 1166 erste Erwähnung des Namens Lobdeburg, als Hartmann I. und Otto I. von Lobdeburg zu Kamburg (Saale) eine Urkunde des Markgrafen Otto von Meißen bezeugen, 1186 erste Erwähnung der Lobdeburg (des oberen Schlosses Lobdeburg), um 1204 Belehnung mit dem östlichen Orlagau, 1207 - 1223 Otto II. von Lobdeburg ist Bischof von Würzburg, um 1216 Teilung des Geschlechtes in einen Saalburg - Burgauer Zweig und in einen Leuchtenburg - Arnshaugk - Elsterberger Zweig, zw 1216 u 1222 Jena wird als bedeutendster Ort ihres Besitzes von den Herren von Lobdeburg zur Stadt erhoben, 1220 - 1250 größte Ausdehnung des lobdeburgischen Territoriums, 1221 erste Erwähnung von Hartmann V., dem Begründer der Linie Burgau, 1225 - 1254 Hermann III. von Lobdeburg - Saalburg ist Bischof von Würzburg, 1227 erste Erwähnung der Leuchtenburg, nach der sich Hermann IV. nennt, zw 1235 u 1252 erste Erwähnung Ottos IV. der die Linie Arnshaugk, und Hermanns V. der die Linie Elsterberg begründet, 1236 erste Erwähnung des Schlosses Lobeda, 1289 Ende der Linie Arnshaugk mit dem Tod Hartmanns XI.; der Besitz geht durch Erbschaft zum größten Teil an das Haus Wettin und die Vögte von Gera, 1300 Elisabeth von Arnshaugk, die Tochter Ottos IV., vermählt sich mit dem Markgrafen Friedrich dem Freidigen von Meißen, und wird dadurch Stammutter des Hauses Wettin, 1304 Beteiligung der Lobdeburger an der Belagerung und Zerstörung der Kirchberger Burgen durch die Städte Erfurt, Nordhausen und Mühlhausen (d.V.), 1305 das Schloß Burgau im Besitz des Markgrafen von Meißen, 1310 erste urkundliche Berührung der Linie Burgau mit Böhmen, 1315 Burkard III. von Elsterberg muß sein Viertel der Stadt Jena dem Markgrafen von Meißen überlassen und sich verpflichten, dem Markgrafen stets zu dienen, 1331 Albrecht IV. und Johannes I. von Leuchtenburg verpfänden ihre halbe Stadt Jena dem Grafen von Schwarzburg und verkaufen später ihr Einlösungsrecht an den Markgrafen Friedrich, 1344 die Lobdeburg (das obere Schloß Lobdeburg) ist im Besitz der Markgrafen von Meißen, 1346 Burkard von Elsterberg nennt sich "Herr von Schwarzenberg" und ist Begründer des schwarzenberg - böhmischen Zweiges der Linie Elsterberg, 1346 letzte Erwähnung Albrechts IV. von Leuchtenburg, des letzten Vertreters der Linie Leuchtenburg, 1358 die Linie Burgau tritt mit ihren Gebieten in die Lehnshoheit der Markgrafen von Meißen, 1448 letzte Erwähnung Johannes IV. von Burgau, mit seinem Tod endet der thüringisch - osterländische Zweig der Linie Burgau; der Besitz fällt als erledigtes Lehen an das Haus Wettin, 1450 die Lobdeburg (das obere Schloß Lobdeburg) wird im sächsischen Bruderkrieg zur Ruine, 1460 Erwähnung der Barbara von Burgau ; mit ihrem Tod endet der meißnisch - böhmische Zweig der Linie Burgau und das lobdeburgische Geschlecht überhaupt (auszugsweise nach Großkopf - M.O.)

 

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